Das Wesen der Pflanzenheilkunde

Die Phytotherapie gehört zu den bekanntesten Naturheilverfahren. Sie ist eine Erfahrungsheilkunde, basierend auf viele Jahrhunderte währender Tradition und dem Heilwissen kräuterkundiger Menschen und den pharmakologischen Forschungen unserer Zeit.

Jede Pflanze hat durch die individuelle Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe ein bestimmtes Wirkspektrum, die durch ihr Zusammenwirken die Heilkraft jener Pflanze ausmachen. Form, Duft, Geschmack und Farbe enthüllen uns ihre Wirkung auf Leib und Seele. In individuell zusammengestellten Teerezepten kombiniert man verschiedene Pflanzen miteinander, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen.

Es ist eine sanfte Therapieform, die, richtig eingesetzt und dosiert, es mit herkömmlichen, chemisch hergestellten Medikamenten durchaus aufnehmen kann und gar bessere Wirkungen erzielt.

Da Teemischungen über den Verdauungstrakt in den Körper gelangen, werden mit ihr die Verdauungsorgane direkt unterstützt. Über die Entgiftung und Kräftigung der Leber lässt sich eine tief greifende Umstimmung des Körpers erreichen.



Küchenkräuter als Heilkräuter?

Basilikum (Ocimum basilicum)

wirkt hauptsächlich auf das Verdauungs- und Nervensystem und hilft deshalb bei der Behandlung von Blähungen, Magenkrämpfen, Koliken und Verdauungsstörungen eingesetzt. Es verhindert oder lindert Übelkeit und Erbrechen und fördert die Abtötung von Darmparasiten. Basilikum hilft wegen seiner sanft beruhigenden Eigenschaften bei nervöser Erregbarkeit und Depressionen, Angstzuständen sowie Schlafschwierigkeiten. Auch Epilepsie, Migräne und Keuchhusten kann es eingesetzt werden. Traditionell wird es zur Steigerung der Milchbildung genommen. Bei äußerlicher Anwendung wirken Basilikumblätter zur Insektenabwehr, der Presssaft lindert schmerzende Insektenstiche. Basilikum hat auch antibakterielle Wirkung.

Oregano (Origanum majorana syn. Majorana hortensis)

ist wegen seiner stimulierenden und krampflösenden Eigenschaften nicht nur als Küchengewürz, sondern auch medizinisch wertvoll. Wie Dost hilft er bei Blähungen, Koliken und Atemwegsbeschwerden, scheint aber einen stärkeren Effekt als dieser auf das Nervensystem. Majoran ist ein gutes allgemeines Tonikum bei Angstzuständen, bei Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.

Thymian (Thymus serpyllum; Quendel)

wirkt stark antibiotisch bei Bakterien und Pilzinfektionen. Man verwendet ihn bei Grippe, Erkältungen, Halsschmerzen, Husten, Keuchhusten, Atemwegsinfekten und Bronchitis, und zwar als Aufguss oder Sirup. Durch seine abschwellenden Eigenschaften hilft Feldthymian auch bei verstopfter Nase, Nebenhöhlenentzündungen, Mittelohrkatarrh und ähnlichen Beschwerden. mit der Arzneipflanze hat mach auch Faden- und Spulwürmer bei Kindern behandelt, ferner Blähungen und Koliken. Wegen seiner krampflösenden Art kann man ihn gut bei Periodenschmerzen verwenden. Äußerlich kann man einen Umschlag bei Brustdrüsenentzündung (Mastitis) auftragen und einen Aufguss als Spülung bei Wunden und Geschwüren einsetzen. Außerdem ist er auch Inhaltsstoff für Kräuterbäder und –kissen.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

nimmt eine zentrale Stellung in der europäischen Pflanzenheilkunde ein. Seine wärmende Wirkung stimuliert den Blutfluss zum Kopf, wodurch Konzentration und Gedächtnis gestärkt werden. Es lindert Kopfschmerzen und Migräne und verbessert durch eine bessere Blutversorgung der Kopfhaut den Haarwuchs. Durch die Blutdruck steigernde Wirkung hilft Rosmarin gegen Ohnmachtsanfälle und Schwäche, die mit einer schlechten Blutzirkulation zusammenhängen. Rosmarin hilft bei der Erholung von längeren Stressphasen und chronischen Krankheiten. Da man annimmt, dass er die Adrenalinausschüttung stimuliert, wird er bei Schwächezuständen verwendet, besonders wenn diese von schlechter Blutzirkulation und Verdauungsstörungen begleitet sind. Da Rosmarin den Geist belebt, kann er auch bei leichter Depression eingesetzt werden.

Quelle: Chevallier; BLV Atlas Heilpflanzen