Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Wurzeln dieses Medizinsystems reichen 5000-6000 Jahre zurück. Die chinesischen Heiler gehen davon aus, dass ein Mensch dann gesund ist, wenn das Qi (als eine im Körper zirkulierende Energie zu verstehen) frei und harmonisch in ihm fliessen kann. Wird dieser Fluß unterbrochen, kommt es zu Krankheit. Oft handelt sich sich hierbei um Erkrankungen, die organisch nicht feststellbar sind und als funktionell oder psychosomatisch bezeichnet werden. Die chinesische Medizin verfügt über eine Vielzahl von Methoden, die über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben wurden, bereichert durch immer neue Erfahrungen und Beobachtungen. So entstand eine wirksame Erfahrungsmedizin in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen, die von der Einheit von Kosmos, Erde und Mensch ausgeht. Zentral ist hier die Balance und die Einheit von Yin und Yang, Leere und Fülle, Hitze und Kälte u.s.w. im Organismus.



Moxibustion, kurz genannt auch Moxa-Therapie

bezeichnet die Erwärmung von Akupunkturpunkten, die in der traditionell chinesischen Medizin üblich ist. Es werden kleine Mengen getrockneten Beifusses auf oder über den Akupunkturpunkten abgebrannt. Die Hitzewirkung hat einen energetisierenden, tonisierenden Effekt auf das Meridiansystem des Körpers.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Moxa anzuwenden:

  • Moxibustion mit Beifußkegeln: Der Therapeut legt Ingwerscheiben auf die Haut über den Akupunkturpunkten und darüber werden kleine Moxakegel gelegt, diese dann entzündet werden und ganz langsam abbrennen. Sobald der Patient ein Hitzegefühl im Akupunkturpunkt spürt, wird der Kegel zum nächsten Akupunkturpunkt geschoben bzw. abgenommen. Jeder Punkt wird solange erhitzt, bis die Haut eine deutliche Rötung zeigt. In China setzt man teils noch heute den Kegel direkt auf die Haut, die dabei entstehenden Brandblasen sind beabsichtigt und Teil der Therapie.
  • Moxazigarren: dabei werden diese Moxazigarren (in dünnes Papier gerollte Stangen aus Beifußpulver) entzündet und in unmittelbare Nähe des Akupunkturpunktes gebracht, bis der Patient ein deutliches Hitzegefühl spürt. Dann werde sie wieder im Wechsel entfernt und angenähert, man wiederholt dies an insgesamt verschiedenen Punkten, bis die Haut an den Stellen deutlich gerötet ist.
  • Nadel-Moxa: Mit speziellen Akupunktur-Nadeln leitet der Therapeut die Hitze des verglühenden Beifußpulvers direkt ins Gewebe.

Wirkung des Moxa:

Beifuß enthält u.a. ätherische Öle, z.B. Cineol, Thujaöl und Choln, Harze und Tannin. Nach TCM wirkt Moxa nach dem gleichen Prinzip wie Akupunktur. Sie regt den Energiefluß an, indem sie gegen so gen. "Kältemuster" wirkt. Eine schulmedizinische Theorie besagt, dass durch die Hitze die Nervenenden in der Haut stimuliert werden, das stimuliert die Hypophyse und die Nebenieren, Hormone auszuschütten.

Anwendungsgebiete

Die Hauptanwendungsgebiete der Moxa-Therapie liegt in Schwächezuständen und chronischen Krankheiten, v.a. bei Atemwegerkrankungen. Nicht angewendet werden sollte es bei akuten Entzündungen, Menstruationsbeschwerden, Schlaflosigkeit, akute fieberhalte Infekte, Schwangerschaft. In der Schwangerschaft wird die Moxibustion des Zhiyin-Punktes bei Beckenendlage des Kindes eingesetzt, um das Drehen des Kindes in Schädellage zu erreichen.