„Die Wirbelsäule ist das Haus der Seele“

(alte chinesische Weisheit)

Das Thema „Rückenschmerzen“ beschäftigt nicht nur leidende Patienten, sondern auch Ärzte, Heilpraktiker und Gesundheitspolitiker - letztere vor allem wegen der hohen Kosten, welche Diagnose und Therapie von Rückenleiden verursachen.

Nach aktuellen statistischen Erhebungen leidet zwischenzeitlich jeder dritte Deutsche unter Rückenschmerzen und die Therapieerfolge halten sich trotz des vergleichsweise enormen medizinischen Aufwandes sehr in Grenzen. Amerikanische Statistiken sehen noch katastrophaler aus. Eine Behandlungsform, die auf breiter Basis angewendet einen Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen leisten könnte, ist die Dynamische Wirbelsäulen- und Gelenktherapie.

Diese Technik ist sowohl einfach wie genial. Funktionelle Beschwerden, wie Wirbelverschiebungen oder –Blockierungen, Ischialgien, Beckenschiefstände oder Beinlängendifferenzen sowie degenerative Veränderungen, wie Bandscheibenleiden, Gelenks- oder rheumatische Beschwerden und vieles mehr, sind leicht, risikolos und mit guten Erfolgsaussichten direkt am Ort des Geschehens zu „behandeln“. Selbst Krankheiten, die schulmedizinisch als unheilbar gelten, wie beispielsweise Skoliosen (seitliche Verkrümmungen der Wirbelsäule), konnten mit dieser Methode in zahlreichen Fällen mit Erfolg therapiert werden. Auch da, wo bisher ein operativer Eingriff als unvermeidbar erschien, ist häufig Besserung möglich.

Dabei ist weder kostenaufwendige Medizintechnik noch Röntgen erforderlich - es handelt sich um ein wirkliches Naturheilverfahren ohne Chemie und Strahlenbelastung. Und diese Methode ist, im Gegensatz zur klassischen Chiropaktik, wo Muskeln und Bänder durch ruckartige Dehnungsbewegungen überlastet werden, bei Bedarf beliebig oft wiederholbar, da lediglich im physiologischen Bereich und völlig ohne Krafteinsatz gearbeitet wird.

Während der Prozess des Einrichtens im Bereich der fehlstehenden oder blockierten Wirbel und Gelenke ansetzt, ist die Breuß-Behandlung eine sanfte, energetische Rückenmassage, die einerseits muskuläre Verspannungen löst, andererseits eine Regeneration unterversorgter scheinbar „verschlissener“ Bandscheiben einleitet und häufig bereits ohne weitergehende Maßnahmen zu Linderung führen kann. Man massiert dazu unter gleichzeitiger Streckung der Wirbelsäule in verschiedenen Arbeitsschritten eine spezielle Ölmischung in die Wirbelzwischenräume und erreicht damit zusätzlich eine wohltuende Entspannung und Entkrampfung der Muskulatur, was für das darauf folgende Einrichten eine hervorragende Voraussetzung darstellt.

Beim Richten kontrolliert der Behandler die Stellung der einzelnen Wirbelkörper. Im Falle einer Unregelmäßigkeit, die für geübte Hände deutlich spürbar ist, kann der Wirbel ohne Druck, durch sanfte Manipulation des für die Verschiebung verantwortlichen Muskels, bei gleichzeitiger Ausführung bestimmter Bewegungen durch den Patienten, in seine angestammte Position zurückkehren. Zuvor ist es wichtig Beinlängendifferenzen, Hüftgelenks- und Beckenfehlstellungen, Gelenksblockaden und muskuläre Verspannungen zu beseitigen, die in den häufigsten Fällen die körperliche Ursache für Wirbelsäulenprobleme darstellen - siehe Abbildung. Erst nach Herstellung einer ausgewogenen Beckenstatik sind dauerhaft Behandlungserfolge möglich.

Aber diese Therapie ist mehr als nur eine Wirbel- oder Gelenkskorrektur im herkömmlichen Sinne. Sie lebt unter anderem von dem Wissen der Wechselwirkungen zwischen Körper, Energiestrukturen und der Seele des Menschen und erreicht nicht nur die Wirbelsäule selbst, sondern über die Spinalnerven bzw. Energiemeridiane (u.a. den benachbarten Blasenmeridian) die meisten Organsysteme unseres Körpers.

Viele organische Erkrankungen und so genannte „funktionelle Störungen“ haben häufig ihre Ursache in Verschiebungen, Fehlstellungen oder Blockaden einzelner oder mehrerer Wirbel bzw. Gelenke sowie in Verspannungen der dazugehörigen Muskelpartien. Unverarbeitete Probleme, Traumata und alles, womit wir uns nicht auseinandersetzen wollen, wird im wahrsten Sinne des Wortes im Körper gespeichert, häufig im Bereich der Rückenmuskulatur, im „Haus der Seele“. Die auf diese Weise aus ihrer Normalposition gezogenen Wirbel reizen dann ihrerseits die aus den seitlichen Kanälen austretenden Spinalnerven, von denen jeder einen anderen Bereich unseres Organismus versorgt. Und damit wird der Kreislauf geschlossen: Es manifestiert sich im Körper eine Erkrankung, die in der Regel sehr deutlich auf das ihr zugrunde liegende seelische Problem hinweist.

So kann man beispielsweise bei einer ursprünglich auf Rückenschmerzen zielenden Behandlung beobachten, daß jahrelange chronische Erkrankungen im Verdauungsbereich (Verschiebung des 6.Brustwirbels), asthmatische Beschwerden (3.Brustwirbel) oder Migräne (1.Halswirbel-Atlas) sich nach dem Richten spontan verbessern oder sogar völlig verschwinden. Bei Menschen, die sich permanent überlasten, und mangels Vertrauen alles allein machen wollen, dabei aber unter ihrer selbst aufgebürdeten Last fast zusammenbrechen, ist regelmäßig der erste Brustwirbel verschoben. Das äußert sich dann auf der Körperebene in Verkrampfungen der Nackenmuskulatur, Schulterschmerzen, eventuell einer gebeugten Haltung.

Bewegt sich während einer Therapie ein solcher Wirbel in seine ursprüngliche Lage zurück, dann ist es möglich, daß sich der beschriebene Vorgang umdreht: Es löst sich das „gespeicherte“ seelische Trauma und rückt ins Bewußte oder Unbewußte des Patienten. Dieser Prozeß kann allmählich ablaufen oder spontan ausgelöst werden - eine große Verantwortung für den Therapeuten, aber auch eine große Chance für den Patienten, sein Problem endlich erkennen und transformieren zu können.

Quelle und Autor: HP Michael Ditter; Berlin-Wandlitz (www.gesundheit-seele-umwelt.de)